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Aktuelles

"Unsere Kleinsten Mitbewohner ganz Groß - Makrofotografie von Rosemarie Kühnert"
Rosemarie Kühnert
 
Jahrgang 1955
Psychotherapeutin
wohnhaft in der Nähe von Hamburg

Als ich nach Jahren der abstrakten Malerei die Makrofotografie entdeckte, erschloss sich für mich eine neue faszinierende Welt – die Neugier nach dem Unbekannten, wenn scheinbar Nebensächliches in den Vordergrund tritt und nie zuvor Gesehenes sichtbar wird. Seither bin ich begeistert am Fotografieren.
Letztes Jahr habe ich während der Ökowoche in San Martino früh morgens nach Insekten Ausschau gehalten und diese mit meinem Makroobjektiv abgelichtet. Die Ergebnisse sind hier ausgestellt.

Unsere kleinsten Mitbewohner ganz groß - Makrofotografie

Die Makrofotografie ermöglicht kleine Objekte wesentlich größer darzustellen, wie unser Auge sie wahrnimmt. Die Fotos dieser Ausstellung habe ich mit einer Olympus em5 Kamera und einem 120 mm Makroobjektiv aufgenommen, das bedeutet mit einer 2 ½ fachen Vergrößerung gegenüber dem normalen Sehen unseres Auges. Mit dem Makroobjektiv kann ich bis zu 19 cm an das Objekt herangehen, um es noch scharf zu kriegen. Um bei ganz kleinen Tieren noch näher an sie heranzukommen habe ich auch Zwischenringe benutzt. Manche Objekte sind ca. 2 bis 8 mm groß.

Die meisten Fotos dieser Ausstellung sind 2017 während der Ökowoche hier in San Martino entstanden, und zwar in unmittelbarer Nähe vom Haus an der Wiese unterhalb des Beerengartens. Es fasziniert mich mit meinem Makroobjektiv nach den Details zu suchen an denen man meist achtlos vorbei geht. Normalerweise werden Makros mit Stativ aufgenommen, weil bei Nahaufnahmen kleinste Bewegungen zu Verwacklungen führen. Mir ist ein Stativ aber zu unflexibel und zu langsam, bis die Kleinen entdeckt sind, die richtige Kameraposition mit dem unhandlichem Stativ gefunden und alles richtig eingestellt ist, sind die Kleinen längst weg. Ich brauche also eine ruhige Hand, den Atem anhalten und sacht abdrücken. Die modernen Digitalkameras haben einen Stabilisator, der automatisch kleine Bewegungen seitens der Kamera ausgleicht, aber nicht Bewegungen seitens des Objekts. Es darf also keinen Luftzug geben und die Insekten sollten wenigsten einen Moment stillhalten. Ich bin also früh am Morgen los, wenn es noch frisch ist und die Insekten noch ruhen.

Bei Nahaufnahmen erreicht man nur eine geringe Tiefenschärfe, d. h. der Bereich, in dem das Foto scharf ist, ist gering. Keine Technik ist so genial wie das menschliche Auge, das in kürzester Zeit in unterschiedlichen Entfernungen fokussieren kann. Die geringe Tiefenschärfe hat aber den Vorteil, dass sie den Blick auf das Wesentlich schärft. Die Kunst besteht darin, das Wesentliche z. B. die Augen scharf zu kriegen und nicht haarscharf daneben zu liegen.